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Base MM


Base MM ist eine Dokumentation / Whitepaper / Zusammenfassung / Übersicht zu Prinzipien, Gedanken und Strukturen für eine tänzerische Improvisation im Rahmen der Stückentwicklung von MEGAMETA und darüber hinaus.


Improvisatorische Kategorien

Logiken meint bestimmte Prinzipien, die für eine Improvisation angewendet werden können. In jeder Improvisation sind diese Logiken vorhanden und werden bewusst oder unbewusst von der tanzenden Person angepasst und geändert - Parameter dieser Logiken können aber auch im Vorraus festgelegt werden und so die Farbe oder einen bestimmten Stil einer Improvisation unterstreichen. Die Arbeit mit Scores hat einen ähnlichen Effekt, allerdings setzt ein Score die Parameter dieser Logiken indirekt, durch z.B. Floor Patterns oder zeitliche Raster oder Textanweisungen. Der Begriff Logiken und die Verwendung dieses Prinzips zielt auf eine direkte und sehr bewusste Einflussnahme auf möglichst viele Umstände ab, die eine Improvisation außmachen und entstehen lassen.

Wir schlagen vor, für die Rahmung einer Improvisation die Logiken in drei Bereiche einzuteilen: Improvisations Logiken, Festgelegte Logiken und je nach Bedarf ein Set of Rules.

Improvisations Logiken meint die Logiken, deren Parameter innerhalb einer Improvisation für die tanzenden Personen frei zu gestatlen sind.

Festgelegte Logiken meint Logiken, deren Parameter zu Beginn einer Improvisation festgelegt werden.

Set of Rules meint ein möglichst reduziertes Regelwerk von Dingen die unbedingt einzuhalten sind.


Logiken

Die folgende Liste der Logiken ist zunächt unsortiert, soll aber in naher Zukunft eine sinnstiftende Ordnung erhalten. Die Anzahl von Logiken ist wahrscheinlich um ein vielfaches Größer, als es sich schriftlich abbilden lässt. Wir schlagen desshalb folgende Logiken eher als Inspiration, zum Weiterdenken, Umformen und Neuerfinden vor, als als vollständige Liste.

Einige Logiken stellen auch eher einen Hilfsmechanismus dar, als dass sie komplette Beschreibungen eines bewussten oder unbewussten Vorganges einer Improvisation sind. Dieser Hilfsmechanismus soll es ermöglichen, komplexe Vorgänge im Körper-Geist geflecht greifbarer zu machen und die Erfahrung einer Improvisation von Innen (also die Erfahrung der Tänzer_inn) an die Erfahrung von außen (die Erfahrung durch die Zuschauenden) anzugleichen. Das Ziel ist es somit, die performative Qualität einer Improvisation zu stärken.

Firewall

Die Firewall ist ein gedachter Mechanismus zur Kontrolle des Inputs und des Outputs einer tanzenden Person.

Input meint alle Einflüsse von Außen und wie stark auf sie reagiert oder sie in den Schaffensprozess mit einbezogen werden. Das können Sounds, andere Tänzer_innen, Licht und alle anderen Umwelteinflüssen sein.

Output mein alles, was von der improvisierenden Person nach außen zu den Zuschauenden dringt. Also das Maß der Direktheit aller geplanten oder ungeplanten Bewegungen. Als Kontrollfrage kann dienen: Sehe ich als zuschauende Person das, was von der tanzenden Person beabsichtigt ist? Oder wie viel Prozent davon sehen ich?

Beide Parameter können z.B. als Prozent angegeben werden und definieren so einen anzustrebenen Zustand der tanzenden Person. Sie können zu Beginn einer Impovisation festgesetzt oder während einer Improvisation bewusst oder unbewusst geändert werden.

Beispiel:

Firewall
  Input {50%}
  Output {90%}

Composed (CMP) + Uncomposed (UNCMP)

Composed und Uncomposed sind zwei Sammlungen von Elementen, die eine tänzerische Improvisation komponiert oder unkomponiert wirken lassen. Sie haben beide dasselbe Ziel: Eine bewusste Wahl über die Wirkung einer Improvisation.

CMP 
  > clear positions (in space)
  > long, readable moments / gestures
  > clear directions / lines / diagonals
  > exits and entrances
  > clear looks towards persons, objects and movements
  > reactions that mean something
  > developing proximity
  > starts and stops
  > thoughful stuff
  > drops and restarts of movement-sequeces
  > movements the spectater can relate to
  > commenting
  > initiating the end
  > not moving
UNCMP
  > random, scattered timing
  > rigid time grid (fixed or given, steady rhythm)
  > changes (theme, topic, persons, space…)
  > unjudged (uncommented) consequences
  > getting lost (or focused) in movements and gaining clearity through that

Source Core / Whitebase

Diese Logik kann eine entwickelte (Bewegungs-) Basis sein, auf der eine Improvisation ausgeführt wird. Diese Basis kann z.B. mithilfe eines Scores dargestellt werden oder anderer belibiger Methodiken entwickelt und notiert werden. Eine Whitebase funktiniert wie ein weißes Rauschen und legt sich konstant unter eine gesamte Improvisation oder einen Abschnitt. Damit soll eine gewisse Einheitlichkeit innerhalb mehrerer Improvisationen oder über verschiedene ausführende Personnen hergestellt werden.

Für eine Whitebase kann auch ein sogenannter steɪt (siehe Abschnitt “steɪts”) verwendet werden, der einem herkömmlichen Score sehr nahekommt, jedoch u.a. ausschließlich einen zeitlich unbegrenzten Zustand beschreibt.

![steit_extracore.jpg](images/steit_extracore.jpg)

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